OLG Celle bestätigt: Ausstieg aus der Fides Wohnungsbau eG möglich

 

Das Oberlandesgericht Celle hat die Rechtsauffassung von Rechtsanwältin Dr. Birte Eckardt bestätigt und der Klage eines Verbrauchers gegen die fides Wohnungsbau eG auf Rückzahlung der bereits an diese geleisteten Einlagen stattgegeben. Der Bundesgerichtshof hat die von der Wohnungsbaugenossenschaft eingelegte Nichtzulassungsbeschwerde abgewiesen.

Der von Rechtsanwältin Dr. Eckardt vertretende Kläger hatte eine Beteiligung an der Fides Wohnungsbau eG über knapp € 82.000,- gezeichnet. Dieser Betrag sollte durch eine Einmalzahlung von € 32.000,- und 227 Monatsraten á € 220,- aufgebracht werden. Das Oberlandesgericht Celle bestätigt, dass der Verbraucher den Beitritt aufgrund völlig unzureichender und falscher Angaben gezeichnet hat und die Fides Wohnungsbau eG ihm daher zum Schadensersatz verpflichtet ist.

 

Infolgedessen erhielt der von Rechtsanwältin Dr. Eckardt vertretene Mandant die von ihm an die Fides Wohnungsbaugenossenschaft eG gezahlten Einlagen zurück und musste keine weiteren Zahlungen mehr an die Wohnungsbaugenossenschaft zahlen. Die von der Fides Wohnungsbau eG erhobene Widerklage auf Zahlung der noch ausstehenden Einlagen in Höhe von knapp € 55.000,- wurde abgewiesen.

 

Rechtsanwältin Dr. Eckardt aus der Bremer Anlegerschutzkanzlei Dr. Eckardt und Klinger sieht ihre Rechtsauffassung bestätigt: „Mit dem Versprechen, schnell und kostengünstig ein Eigenheim erwerben zu können, werden Verbraucher dazu bewogen, sich an einer Wohnungsbaugenossenschaft zu beteiligen. Ihnen wird oft versprochen, damit viel schneller und billiger ihren Traum von einer eigenen Immobilie realisieren zu können. Sie müssten dann nur einen Bruchteil des Kaufpreises zahlen, den überwiegenden Teil würde die Genossenschaft bezahlen. Die Realität sieht dann oft anders aus: Die Verbraucher müssen über viele Jahre Raten an die Wohnungsbaugenossenschaft zahlen, ohne dass sie ihr Eigenheim erhalten. Tatsächlich ist aber völlig offen, ob und wo die Genossenschaft letztlich Immobilien baut oder kauft. Des Weiteren lassen sich die Wohnungsbaugenossenschaften ihr Engagement in der Regel teuer bezahlen, sodass es sich für den Verbraucher oftmals überhaupt nicht lohnt, den Hauserwerb von einer Genossenschaft zu finanzieren.“

 

Die Rechtsanwaltskanzlei Dr. Eckardt und Klinger rät daher jeden Verbraucher, der sich an einer Wohnungsbaugenossenschaft beteiligt hat, anwaltlich prüfen zu lassen, ob er aus der Genossenschaft austreten und Schadensersatzansprüche geltend machen kann. Es besteht in vielen Fällen auch die Möglichkeit, die Beteiligung noch zu widerrufen. Es kann auch sein, dass der Beitritt an der Genossenschaft erst gar nicht wirksam zustande gekommen ist.